Monitor Regionale Strukturen

Die Gesundheitsregionen in Niedersachsen entwickeln sich entsprechend der regionalen Bedarfe und der jeweiligen Akteurslandschaft. Entsprechend vielfältig ist das Geschehen vor Ort.


Die Übersicht macht deutlich, wie stark sich Kommunen landesweit in Gesundheitsfragen engagieren. In unterschiedlichen Handlungsfeldern arbeiten die Beteiligten unter kommunaler Koordination eng zusammen und stärken ihre Vernetzung.  


Die untenstehenden Angaben basieren auf der letzten Befragung der Geschäftsstellenleitungen aller Gesundheitsregionen aus dem Jahr 2025.

Aktive Gesundheitsregionen

Seit 2014 können alle Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen einen Antrag auf Strukturförderung stellen, um als Gesundheitsregion anerkannt zu werden. In der Folge ist die Zahl der Gesundheitsregionen kontinuierlich gewachsen und seit 2029 auf einem stabilen Niveau geblieben. 

78%

der niedersächsischen Kommunen beteiligen sich am Strukturförderprogramm Gesundheitsregionen Niedersachsen

36

Landkreise und kreisfreien Städte sowie die Region Hannover bilden so die 31 Gesundheitsregionen Niedersachsen.

Themen der Gesundheitsregionen

Das Themenspektrum, mit dem sich die Gesundheitsregionen Niedersachsen befassen, ist umfangreich und vielschichtig. Es umfasst zentrale Bereiche der gesundheitlichen Versorgung, der Pflege, der Prävention und Gesundheitsförderung. Darüber hinaus greifen die Gesundheitsregionen auch weiterführende Themen auf, wie Gesundheitsbildung, Digitalisierung, die Sicherung von Personal in Medizin und Pflege sowie die gesundheitlichen Auswirkungen der Klimakrise.

Besondere Zuwächse im Themenbereich Klima und Hitzeschutz:

13%

in 2021

42%

in 2024

Besetzung der Steuerungsgruppen

Die thematische Vielfalt zeigt sich auch in der Zusammensetzung der beteiligten Institutionen und Partner. Neben Akteuren, die eindeutig dem Gesundheitswesen zuzuordnen sind, bringen auch Vertreter:innen aus Bereichen mit Schnittstellen zu Gesundheitsthemen ihre Perspektiven in die Steuerungsgruppen der Gesundheitsregionen ein. 


Die Gesundheitsämter, die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung sind in allen Steuerungsgruppen vertreten. 

Vorsitz und Tagungsfrequenz der Steuerungsgruppen

Im Durchschnitt tagen die Steuerungsgruppen zweimal pro Jahr. Höhere Tagungsfrequenzen sind aber auch nicht unüblich.



Den Vorsitz dieser Strategiegremien übernehmen kommunale Akteure. Dies können auch die Geschäftsstellenleitungen der Gesundheitsregion sein.

30%

der Steuerungsgruppen tagen unter dem Vorsitz hoher Verwaltungsämter (Oberbürgermeister:innen, Landrät:innen, Kreisrät:innen)

40%

der Steuerungsgruppen tagen unter dem Vorsitz der zuständigen Dezernent:innen.

Ansiedlung der regionalen Geschäftsstellen

Neben den Steuerungsgruppen bilden die regionalen Geschäftsstellen das zweite wichtige Strukturelement der Gesundheitsregionen Niedersachsen und sind unverzichtbar für deren Aufbau und dauerhafte Umsetzung.


Die Geschäftsstellen sind zumeist in den örtlichen Gesundheitsämtern angesiedelt, können aber zum Beispiel auch in den Sozialämtern oder als Stabsstelle etabliert werden.

Umfang der regionalen Geschäftsstellen

Im Durchschnitt verfügt jede Geschäftsstelle über eine Vollzeitstelle(=100%), die oft auf mehrere Mitarbeiter:innen verteilt ist. Die Ausstattung mit Personal variiert jedoch stark zwischen den Regionen (Min.: 10%; Max.: 300%).


Zwischen 2021 und 2024 ist der durchschnittliche Stellenumfang deutlich gestiegen – ein weiteres Zeichen des kommunalen Engagements in Gesundheitsfragen.


Zuwachs im durchschnittlichen Stellenumfang der Geschäftsstellen:

74%

in 2021

100%

in 2024

Anzahl an Gesundheitskonferenzen

Bis einschließlich 2024 haben die Gesundheitsregionen insgesamt 177 Gesundheitskonferenzen zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen durchgeführt, bei denen sowohl das örtliche Fachpublikum wie auch die Bevölkerung informiert und einbezogen wurden. Während der COVID-19-Pandemie konnten aufgrund der Kontaktbeschränkungen in den entsprechenden Jahren deutlich weniger Konferenzen stattfinden. Ab 2023 stabilisierte sich die jährliche Gesamtzahl wieder auf dem Niveau der Jahre vor der Pandemie.

Finanzierung der Strukturen

Die Finanzierung der regionalen Strukturen in den Gesundheitsregionen erfolgt über die Landesförderung gemäß der Richtlinie Gesundheitsregionen sowie über kommunale Mittel.


Als Landesförderung stehen pro teilnehmender Kommune aktuell jährlich bis zu 13.000 € zur Verfügung.



Die Kommunen selbst investieren im Durchschnitt jährlich 42.245 € (Min.: 1.297 €; Max.: 168.163 €) in die Strukturen vor Ort und bringen damit im Mittel das 3,3-fache der Landesförderung auf.

Das durchschnittliche Investment der Kommunen pro Jahr hat sich um ca. 10.000€ erhöht:

32.161 €  im Jahr 2021

42.245 €  im Jahr 2024

Bewertungen aus den Gesundheitsregionen

Die Strukturen der Gesundheitsregionen wirken sich auf vielfältige Weise auf die Arbeit und das Geschehen im Gesundheitsbereich in den beteiligten Landkreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen aus.


Die Geschäftsstellenleitungen bewerten die Umsetzung vor Ort insgesamt positiv:  Alle sind der Meinung, dass das Programm die Zusammenarbeit mit den örtlichen Akteuren verbessert hat und die gesundheitlichen Bedarfslagen in den Regionen nun besser identifizierbar sind. 94 % von ihnen geben zudem an, dass sich durch das Programm komplexe Gesundheitsthemen besser bewältigen lassen.

Die Umsetzung des Programms Gesundheitsregionen trägt dazu bei, dass...

Quelle: Monitoring Gesundheitsregionen Niedersachsen, Erhebung 2025 durch die Prozessbegleitung der Gesundheitsregionen Niedersachsen, LVG & AFS Nds. HB e.V.; Fragebogenerhebung unter allen Gesundheitsregionen (Geschäftsstellen)